11. Dezember - Die Schneekugel

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11. Dezember - Schneekugel.wav

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“Mama Mama, schau mal!” rief die kleine Lisa und zeigte ihrer Mutter die kleine Schneekugel, die sie an dem Stand entdeckt hatte. Lächeln gab sie Lisa ein wenig Geld und freudestrahlend lief sie auf den Verkäufer zu, dem sie das Geld in die Hand drückte. Dieser bedankte sich und gab ihr die Schneekugel, die sie haben wollte.


Das war nun schon zwanzig Jahre her. Lisa war nun 25 Jahre alt und saß in ihrer eigenen Wohnung, die sie erst vor einem Jahr bezog. Früher war sie mit ihrer Mutter jedes Jahr auf den Weihnachtsmärkten in der Region, doch mittlerweile war dies nicht mehr möglich. Sie wohnte zu weit entfernt von ihrer Mutter. So betrachtete sie heute wie so oft die kleine Schneekugel in ihrer Hand und dachte an die Zeit zurück, an der sie an Tagen wie diesen auf einem Weihnachtsmarkt wäre. Ihr Telefon klingelte.

“Bin in fünf Minuten da” erklang es von der anderen Seite und die Stimme legte genauso schnell wieder auf, wie sie im Telefon erklang. Es war ihre Mutter. Lisa freute sich Wahnsinnig! Ihre Mutter kam sie besuchen was zugleich bedeutete, dass sie heute gemeinsam auf einen Weihnachtsmarkt gehen können! Schnell setzte sie einen warmen Kakao auf und stellte die Schneekugel auf den kleinen Küchentisch. Es klingelte an der Tür. Lisa ging zu ihr und riss die Tür auf. Ein lächeln durchzog ihre Lippen, als sie ihre Mutter in den Arm nahm.

“Mama”, sagte sie überglücklich und machte den Weg frei, so dass ihre Mutter eintreten konnte. Es war schon Mittag, als die beiden die Wohnung verließen und zum Weihnachtsmarkt gingen. Auf der Bank bei der Bushaltestelle lag ein schlichter Tannenkranz, aber keiner beachtete ihn. Sie stiegen in den Bus ein und als der Busfahrer den Kranz sah, stieg er aus und nahm ihn mit - “Für schlechte Zeiten”, sagte er lachend und setzte sich wieder ans Steuer. Als sie nach einiger Zeit am Weihnachtsmarkt ankamen, sah Lisa zwei Rentiere und einen Weihnachtsmann. Heute wusste Lisa, dass diese nicht echt waren. Damals.. wusste sie es nicht. Sie erinnerte sich, dass die zwei Rentiere und der Weihnachtsmann auch damals schon auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs waren. Sie sangen stets fröhlich Weihnachtslieder auf dem Markt und verbreiteten freude unter den Anwesenden. Auch heute wollten Sie dies wieder tun.

“Hurra! Jetzt wird gefeiert!”, rief eines der Rentiere und sie tanzten los. Zwei Schritte nach Rechts, drei Schritte nach links.. Im Takt zur Melodie. Kinder, mit verträumten Augen, schlossen sich ihnen an und sangen mit. Alles war wunderschön. Lisa war mit ihrer Mutter vereint und gemeinsam schauten sie dem Schauspiel zu. Währenddessen schaute sich Lisa um und entdeckte den selben Stand mit Schneekugeln, an dem sie als kleines Kind schon die Schneekugel gekauft hatte. “Schau mal!”, sagte sie begeistert zu ihrer Mutter und deutete auf den Stand der Schneekugeln. Dieses mal sollte es anders herum sein. Sie gab ihrer Mutter ein wenig Geld und ihre Mutter schaute sie ungläubig an.
“Ich hab doch genug Geld?”, sagte sie. Es war mehr eine Frage, als eine aussage, aber Lisa schüttelte nur mit dem Kopf.

“Du hast mir damals eine Schneekugel geschenkt, ich schenk dir heute eine!” sagte sie entschieden und ihre Mutter ging langsam auf den Stand zu. Sie nahm die gleiche Schneekugel, die auch ihre Tochter vor zwanzig Jahren gekauft hatte.

“Damit wir immer aneinander Denken. Sowohl in Guten als auch in Schlechten Zeiten”, sagte sie und umarmte ihre Tochter. Die beiden waren noch einige Stunden zusammen auf dem Weihnachtsmarkt, ehe die Uhr Zwölf schlug. Es war Mitternacht. Sie hatten total die Zeit vergessen, wie früher und hechteten zur Bushaltestelle.. Doch so spät fährt kein Bus mehr. Sie lachten. Wie Typisch. Doch sie hatten Glück, denn nach einiger Zeit kam der Budenbesitzer vorbei, dem auch der Stand mit den Schneekugeln gehörte. Er sah, wie die beiden an der Bushaltestelle saßen und auch er wusste, dass nun kein Bus mehr kommen würde. Er sagte zu den beiden, dass er schnell seinen Wagen holt und sie dann nach Hause bringt.


Dies tat er auch und so saßen die drei schon bald in Lisas Wohnung und kauten genüsslich Schmalzkuchen, Lebkuchen und andere Süßigkeiten - Mitten in der Nacht. Lisa hoffte, dass diese Nacht nie vorübergehen würde. Obwohl sie den Mann kaum kannten, saß er nun mit ihnen in ihrer Wohnung und sie hatten gemeinsam so viel Spaß, wie schon seit Jahren nicht mehr. “Dafür liebe ich die Weihnachtszeit”, dachte Lisa und umarmte ihre Mutter erneut.
 
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