10. Dezember - Der ideenlose Autor

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Es ist der 10 Dezember. Pascal starrte auf seinen hinter sich hängenden Adventskalender. Es fehlten bereits elf Türchen und wie die Tage davor fragte er sich, wie das geschehen konnte. Statt auf die Idee zu kommen, einen Tag auszusetzen, spielten die Gedanken in seinem Kopf wild, denn er musste bis zum 24. Dezember für das Weihnachtsfest der Familie eine Geschichte schreiben und diese dann auch vortragen. Pascal hatte keinen blassen Schimmer worüber er schreiben könnte. Weihnachtsmann und Tannenbaum fand er langweilig und die Geschichte aus dem letzten Jahr fand er verbesserungswürdig. Er hätte auch die Geschichte vor drei Jahren nehmen könnten, sie würden niemals merken, dass diese schon mal vorgetragen wurde. Er fragte sich, warum ausgerechnet er die Geschichte schreiben muss und nicht sein kleiner Bruder Leon. Mutter sagte immer, dass er die besten Ideen hätte, doch dieses Jahr war er besonders Ideenlos. Nach der Schule hatte er sich nichts vorgenommen. Er wollte den ganzen Tag damit verbringen seine Geschichte zu schreiben. doch er hatte immer noch keine Idee. Er zückte sein Handy und gab ein: wie schreibe ich eine Weihnachtsgeschichte. Die ersten zehn Treffer schienen vielversprechend, doch es müsste doch irgendeine Möglichkeit geben an Ideen zu kommen, da er sicherlich keine Geschichte ab schreiben wollte, um sich hinterher mit fremden Federn zu schmücken. Er wurde fündig und fand ein paar Tipps wie man den Kopf freibekommen könnte. Stress blockiert die Kreativität oder Zeitdruck die Hingabe zur Philoso... Philo... Philosophie... er konnte es nicht aussprechen. Man solle doch einen kurzen Spaziergang machen, und irgendwie den Kopf freibekommen. Er hielt nicht viel davon, doch da dieses Jahr eh alles anders schien, nahm er es beim Wort.

Er ging einmal die Treppe hinunter und wieder hoch, setzte sich an den Schreibtisch, nahm voller Motivation den Bleistift... Und! (kurze Erzählpause) Keine Idee. Er schaute wieder auf sein Handy, da muss es doch noch was anderes geben und tatsächlich. Wieder ging er die Treppe hinunter und wieder hoch und wieder runter, macht sich einen Kakao, rührt diesen, wie es im Internet stand, zehn mal um und ging die Treppe wieder hoch setzte sich an den Schreibtisch, nahm voller Motivation den Bleistift... Und! (mittlere Erzählpause) „Geschenke, Geschenke sind gut. Vielleicht ein Weihnachtsbaum... nein warte das wollte ich doch nicht, vielleicht ein Wald, ein Wald ist gut“ und so nahm er den Bleistift und schrieb. Er schrieb gefühlt eine halbe Ewigkeit. Doch dann gingen ihm die Ideen aus und er hatte tatsächlich erst drei Sätze geschrieben. „Nein das darf nicht wahr sein“ Dachte er sich „Ideen, kommt zurück!!“ Und so setzte er an, lief zehn mal im Kreis, ging die Treppe hinunter und wieder hoch und wieder hinunter um sich einen Kakao zu machen, die Mutter überrascht, wie viel Kakao Pascal trinken konnte, dann die Treppe wieder hoch, oben erst gemerkt, dass der Löffel fehlt, die Treppe wieder runter und sofort wieder hoch, die Mutter noch verwirrter, dann zehn mal den Kakao gerührt, das Fenster geöffnet und wieder geschlossen, das Zimmer aufgeräumt, das Bett gemacht, in dieser Zeit den Kakao vergessen und kalt ausgetrunken und um sich wirklich sicher zu gehen nochmal die Treppe hinunter und wieder hoch gelaufen... Nun setzte er sich dann endlich wieder an den Schreibtisch, nahm voller Motivation den Bleistift, setze nach seinen drei Sätzen an und! (lange (bis zu 5 sek) Erzählpause) Nichts. Und so saß er da und starrte wieder auf seinen Kalender, wo noch immer ein Türchen zu viel geöffnet war. Während er den Bleistift nahm und und die ersten drei Sätze durchstrich fiel ihm plötzlich ein, er könnte doch von einem ideenlosen Jungen schreiben, der auch nur kurz die Annahme pflegte, das Internet könne ihm aus diese verzwickte Lage helfen. Die Idee trug Früchte und so war er sich sicher, am heiligen Abend eine noch nie so gute Geschichte vorweisen zu können!

Und das könnt ihr mir glauben. Sie waren begeistert.


 
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