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Sherlock Holmes – 8. Walpurgisnacht

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Erster Eindruck: Sein oder Nichtsein

Mary Anne Stirling, die Schauspiellehrerin von Meisterdetektiv Sherlock Holmes, tritt am Lyceum Theatre in London im Bühnenstück Faust zu sehen. Doch eine dramatische Reihe von Unglücksfällen während der Aufführungen versetzt die Schauspieler und Intendant Henry Irving in Angst und Schrecken - nun ist sogar eine der Hexen schwer verletzt worden. Natürlich wollen Holmes und Dr. Watson die Ereignisse aufklären…

Zu Anfang der „geheimen Fälle des Meisterdetektivs“, wie der Untertitel der Serie von Titania Medien zum berühmten Sherlock Holmes lautet, erklärt Dr. Watson, dass einige der Fälle des Meisterdetektivs auf Wunsch der Auftraggeber nicht der Öffentlichkeit preisgegeben wurden. Folge 8 präsentiert dazu ein interessantes Gedankenspiel und siedelt die fiktive Geschichte in dem äußerst realen Lyceum Theatre an, das von dem ebenso realen Henry Irving geführt wurde, der hier eine wichtige Rolle spielt. Die Verknüpfung von Realität und Fiktion ist sehr gut in Szene gesetzt worden, hier wird ein interessanter Fall um gefährliche Ereignisse auf der Theaterbühne gestrickt, der nicht gleich durchschaubar ist und mit interessanten Dialogen die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dabei sind auch zahlreiche Szenen aus dem Faust von Goethe zu hören, der gerade an Irvings Theater aufgeführt wird. Diese sind von den Sprechern sehr gut umgesetzt worden, hätten aber zugunsten der Dynamik des Hörspiel kürzer ausfallen können. Die Schlussszene, in der Mrs. Hudson aus ihrer längeren Abwesenheit zurückkehrt, ist wiederum sehr heiter gehalten. Wieder eine sehr gelungene Folge der Serie, die trotz vieler Neuerungen den Geist der alten Holmes-Geschichten bewahren kann.

Hörspiellegende Dagmar von Kurmin spricht hier die Rolle der Mary Anne Stirling und zeigt, dass sie nicht nur in Hörspielrollen glänzen kann, sondern auch die Szenen aus dem Faust mit viel Leidenschaft und Talent darbietet. Friedrich Georg Beckhaus ist als Henry Irving zu hören, den man den strengen Intendanten absolut abnimmt und der standfest in seiner Rolle steht. Die interessante Rolle des jungen Bram Stoker, der mit Irving befreundet ist, wird von Kaspar Eichel gesprochen, auch er kann voll überzeugen. Weitere Sprecher sind Wolfgang Pampel, Kristine Walther und David Nathan.

Im Gegensatz zu den anderen Serien von Titania Medien ist hier die Ausstattung mit Musik und Geräuschen recht zurückgefahren, kann aber immer noch mit atmosphärischen Stücken und eindringlichen Momenten punkten. So sind gerade die Szenenübergänge sehr stimmig gehalten, aber auch die Bühnenaufführungen sind aufwändig und eindringlich wie gewohnt umgesetzt.

Das Titelbild ist sehr passend und kann die Lust auf das Hörspiel wecken. Zu sehen ist das Plakat zu der Theateraufführung, auf der Henry Irving in dramatischer Pose in rotem Anzug steht. Ein scharfer Dolch steckt darin und hält den Drohbrief fest, der auch im Hörspiel eine Rolle spielt. Die restliche Aufmachung ist bereits bekannt und enthält einige Zeichnungen, die Holmes und Watson zeigen.

Fazit: Faust und Henry Irving als Aufhänger, dazu eine spannende Geschichte mit einigen dramatischen Momenten und einer gut erzählten Auflösung – das ist moderne und gut gemachte Krimiunterhaltung.

VÖ: 17.Mai 2013
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-4817-6
 
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