Poldi

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Rosalie und Trüffel – Vom Glück zu zweit

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Erster Eindruck: Zwischen Schweinen und Menschen

Es ist erst einige Stunden her, seit Herr Siebert die Buchhändlerin Frau Dur zum ersten mal getroffen hat. Nun führt er sie nach Ladenschluss in ein nahe gelegenes Restaurant aus. Doch nicht nur das streitende Ehepaar am Nebentisch weckt ihre Aufmerksamkeit, sondern auch wieder die von ihnen gemeinsam erdachte Geschichte von Rosalie und Trüffel, den beiden verliebten Schweinen…

Im ersten Teil von Rosalie und Trüffel haben sich Frau Dur und Herr Siebert gerade kennengelernt, ihre spontane Zuneigung zueinander war auch im ersten Hörspiel genauso wichtig wie die Geschichte von Rosalie und Trüffel. Und nun geht es mit einer zweiten Folge mit dem Untertitel „Vom Glück zu zweit“ weiter, die genau dort wieder ansetzt. Es ist eine herzergreifende Romanze zwischen den beiden Menschen, wie aus einem Hollywood-Film entsprungen. Noch sind beide zurückhaltend, siezen sich noch, aber ihre Herzenswärme und Zuneigung sprießt aus jedem Wort. Die Sprache ist dabei sehr gefühlvoll, gewählt, romantisch angehaucht. Immer wieder freut man sich, wenn wieder auf die beiden umgeschwenkt wird, so herzergreifend ist ihr Zusammentreffen. Und natürlich geht es auch bei Rosalie und Trüffel weiter, doch bei ihnen läuft nicht alles ganz so rosig. Es geht um die Probleme, die eine Beziehung mit sich führt, von den anfangs erlöschenden Freundschaften, über die alltäglichen Verletzungen, die man sich ganz unwillkürlich zufügt, ohne es eigentlich zu wollen, die mangelnde Fähigkeit, sich in den anderen hinein zu fühlen, obwohl man sich dies für sich selbst so sehr wünscht, um erste Streitigkeiten. Das alles ist so lebensnah, so direkt erzählt, dass es sicherlich bei jedem Erinnerungen an selbst Erlebtes hervorruft. Besonders eingängig ist ein Dialog, der sich gegen Ende zwischen den beiden Schweinen wiederholt – nur mit umgekehrten Rollen. Sehr gefühlvoll, sehr charmant, aber auch an einigen Stellen sehr witzig. Ein herzergreifendes Hörspiel, das mit 40 Minuten wirklich gefesselt hat.

Daniela Hoffmann spricht – wie schon in der ersten Produktion von Rosalie und Trüffel – die Frau Dur und legt viel Sanftmut in ihre Stimme, aber auch die ihr eigenes verschmitztes Lachen kann sie in der romantischen Geschichte einbringen. Ihr zur Seite steht Hubertus Bengsch, der den Herrn Siebert mit sehr viel Charme spricht und sowohl die Erzählparts als auch die Dialoge sehr gefühlvoll umsetzt. Nadine Writz und Michael Meyer ergänzen sich als Rosalie und Trüffel sehr gut, beide können die gegenseitigen Verletzungen und Enttäuschungen sehr nah an den Hörer herantragen. Weitere sind Giuliana Jakobeit, David Nathan und Bettina Stäbert.

Sanfte musikalische Klänge malen hier die Szenen aus und verliehen ihnen eine fast schon verspielte, romantische Atmosphäre. Und auch einige Geräusche sind hier eingefügt, sodass die Szenen lebendiger erscheinen und bestimmte Handlungen untermalt werden. Im Allgemeinen hält sich die akustische Untermalung aber eher zurück und unterstreicht lediglich die gefühlsbetonte Geschichte.

Natürlich sind auf dem Cover Rosalie und Trüffel zu sehen, gemeinsam liegen die rosige Hausschweindame und das braune Wildschwein gemeinsam in einem Bett und reiben ihre Nasen aneinander. Alles ist in sanften Pastellfarben gehalten, so auch der rein blaue Hintergrund. Im Inneren sind noch einige Kurzinformationen zu den wichtigsten Mitwirkenden zu finden.

Fazit: Eine sehr gefühlsbetonte Geschichte, die auf zweierlei Ebenen verschiedene Stimmungen schaffen kann. Einerseits die aufkeimende Romanze zwischen den beiden Menschen, andererseits die schwierige Alltagsbeziehung zwischen den beiden Schweinen, die gerade wegen ihrer Einfachheit so ergreifen ist. Hier liegt keineswegs ein Kinderhörspiel vor, wie Cover und Titel vermuten lassen könnten, sondern ein romantisches Hörspiel, das absolut hörenswert ist.

VÖ: 15.Juli 2013
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-8445-1223-6
 
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