Poldi

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Mord in Serie – 10. Atemlos

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Erster Eindruck: Aufregung nach einer Fernsehshow

Der 16-jährige Vincent Berger hat ein erfülltes Leben als beliebtes Mitglied eines Münchner Privatgymnasiums, erfolgreicher Teilnehmer an Schwimmwettbewerben und seit neuestem auch mit seiner Freundin Johanna. Als er mit ihr zusammen jedoch im Fernsehen das Foto eines vermissten Jungen sieht, erkennt er sich sofort selbst wieder und hegt einen schrecklichen Verdacht: Haben seine Eltern ihn damals entführt?

Mit „Atemlos“ feiert die Contendo Media- Hörspielreihe „Mord in Serie“ ihr erstes kleines Jubiläum: Es ist die zehnte Folge. Und dort wurde auch gleich eine kleine Neuerung vorgenommen: Es ist die erste Folge mit Erzähler. Das steht der Handlung hier recht gut, der externe Erzähler bringt ein wenig Ruhe in die Handlung. Zumal wirkten die inneren Monologe der Protagonisten, die stattdessen verwendet wurden, manchmal etwas hölzern oder unbeholfen, hier ist nun alles stimmig. Und auch die Story kann sich hören lassen, ist spannend erzählt und wirkt in sich stimmig. Der Anfang ist eher ruhig gehalten und zeigt knapp Vincents Alltag. Nur beim Einstieg in die eigentliche Handlung holpert es ein wenig, dass Johanna gerade am ersten Date bei Vincent zu Hause zuerst den Fernseher anmacht und gerade dann die oben erwähnte Sendung läuft, wirkt doch etwas konstruiert, dies hätte man sicherlich auch etwas subtiler einflechten können. Danach wird die Geschichte jedoch gut erzählt, man kann an Vincents aufkommenden Gefühlschaos teilhaben, und auch die Auflösung der Geschichte erschließt sich nur langsam. Zwar gibt es hier auch diesen einen Aha-Moment, die große Wendung in der Geschichte, diese ist jedoch besser integriert und wirkt nicht s aufgesetzt wie in einigen anderen Folgen. Dafür ist „Atemlos“ nicht so temporeich und bleibt insgesamt ruhiger, was aber durchaus seinen Reiz hat und gut zu dieser Geschichte passt. Und am Ende gibt es dann wieder eine gekonnte Mischung aus dem Abschluss der Story und einer ordentlichen Portion Action. Eine sehr runde und gut erzählte Folge der Serie, die deutlich realistischer wirkt als andere Teile der Reihe.

Patrick Mölleken liefert hier in der Rolle des Vincent Berger eine überzeugende Leistung ab. Er spricht durchgängig glaubwürdig und kann besonders die aus dem Lot geratene Gefühlswelt des jungen Mannes gut darstellen. Luisa Wietzorek steht ihm als Johanna, seiner Freundin, zur Seite und kann ihn gut ergänzen, nimmt sich meist zurück um Mölleken den Vortritt zu lassen, kann sich in den richtigen Momenten aber auch mal in den Vordergrund stellen. Erzähler Uve Teschner kann seine recht kurz gehaltenen Texte locker herüberbringen. Weitere Sprecher sind Tilo Schmitz, Claudia Urbschat-Mingues und Annina Braunmiller.

In Sachen Atmosphäre wird wieder der bewährte Mix aus Musik und Geräuschen eingesetzt, der auch schon in den vorigen neun Folgen genutzt wurde. Die Musik hat dabei stets einen Hang zum Düsteren – insbesondere der am Ende angehangene Bonussong von „dayBehaviour“ – und kann für eine stimmige Atmosphäre sorgen, während die Geräusche gut eingepasst sind und einen lebendigeren Eindruck vermitteln.

Ziemlich schlicht ist wieder das Cover, das hier noch mehr nur andeutet als die vorigen Motive. Zu sehen sind auf tiefschwarzem Hintergrund einige Luftblasen unter Wasser, die in einem dunklen Blau zu leuchten scheinen – sehr ansprechend! Das Innere enthält neben den üblichen Angaben viel Werbung für andere Produktionen von Contendo Media sowie eine kleine Covergalerie zu den bisher erschienen Folgen.

Fazit: Hier wird ein eher ruhiger Thriller erzählt, der sich langsam entwickelt, dafür aber insgesamt recht glaubwürdig ist und die sympathische Figur des 16-jährigen Vincent in den Mittelpunkt stellt. Die eingefügten Szenen, die der Hörer als Wissensvorsprung enthält, können die Spannung weiter anfachen. Und auch das Finale gestaltet sich stimmig und kurzweilig. Ein gelungener Thriller aus der Reihe.

VÖ: 13.September 2013
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 4049774258527
 
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