Luscinia

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Hi,

dieser Text basiert auf einer wahren Begebenheit, die sich genau heute genauso zugetragen hat. Die Einschlaf-Katastrophe kann von jedem ambitionierten (Hörbuch)sprecher mit Humor eingesprochen werden.

Viel Vergnügen von einer völlig übermüdeten Annalena.

PS: Eine Meldung vor der Freigabe ist nicht ausdrücklich erwünscht.

Die Einschlaf-Katastrophe​

Von: Annalena Schwarz​




Die Einschlaf-Katastrophe. Ja, damit schlage ich mich regelmäßig herum. Stundenlang liege ich wach im Bett und hadere mit dem Schicksal, der Uhr und dem verflucht nochmal zu unbequemen Kopfkissen, das in der Nacht zuvor noch nicht so hart und platt wirkte. Deswegen habe ich spontan beschlossen, meine Einschlaf-Katastrophe niederzuschreiben und daraus die Memoiren eines übermüdeten Menschen zu machen.

02:18 Uhr: Irgendwas reißt mich mit voller Wucht aus dem Schlaf. Ob es ein abruptes Geräusch war… oder die stickige Heizungsluft… oder der Stand der Sterne… vermag ich nicht zu sagen. Eins ist jedoch sicher: Es ödet mich an!

02:38 Uhr: Konnte bis jetzt nicht wieder in den Schlaf finden. Mein Körper scheint sich gegen mich verschworen zu haben. Ich schwitze und friere zur gleichen Zeit und – Oh verdammt, meine Haut fühlt sich an, als wären die Mücken darüber hergefallen. Im Winter. Bei zwei Grad unter null. Na großartig!

02:58: Meine Oma hat mir neulich von der chinesischen Organuhr erzählt. Demnach leiden Menschen, die zwischen 01:00 und 03:00 Uhr aufwachen, unter Störungen im Lebermeridian, was zu Schlafstörungen, Augenproblemen und Hautbeschwerden führen kann. Pfff. Meine seelische Uhr steht auf fünf vor zwölf!

03:15 Uhr: Frische Luft. Das ist es, was ich brauche. Einmal alle Fenster aufreißen und schon erledigen sich alle Probleme von selbst.

03:45 Uhr: Besorgte Mitmenschen sollten um diese Zeit tief und fest schlafen. Alles Andere könnte auf Störungen des Lungenmeridians hindeuten. Meine Lunge würde gerade am Liebsten in die Nacht hinein brüllen: „Ich! Will! Schlafen!“

04:05 Uhr: Ich glaube ich drohe ernsthaft den Verstand zu verlieren. Seit Minuten spukt mir ein gemeiner Ohrwurm im Kopf herum. „Es tanzt ein Bi-ba-Butzemann in unserm Kreis herum!“. Apropos. Wo sind eigentlich meine Taschentücher. Meine Nase läuft nämlich wie verrückt.

04:15 Uhr: Ich habe mich eben zweimal umgezogen, mein gesamtes Bettzeug aufgeschüttelt und mit dem Gedanken gespielt, den Pinguinen am Südpol einen kleinen Besuch abzustatten. Da dürfte es gerade schön kühl sein. Und was das Schlimmste ist: Wir haben immer noch mindestens ein Grad unter null! Hab ich Fieber oder was?

04:30 Uhr: Bin inzwischen latent aggressiv. Wie zum Teufel können drei Hunde so laut schnarchen, dass es durch die Decke in den ersten Stock dringt? Ich will auch schnarchen können…

04:35 Uhr: Ich denke an die Titelmelodie von „The shining“ und kann mich plötzlich ganz gut mit Jack Torrance identifizieren.

04:40 Uhr: Um eine bequemere Schlafposition zu erreichen, muss man Yoga machen. Vielleicht gerät dann ja auch meine chinesische Organuhr wieder ins Gleichgewicht.

05:02 Uhr: Und warum genau kriege ich jetzt Hunger? Seufz!

05:08 Uhr: In 52 Minuten ist Raubtierfütterung. In 52 Minuten!

05:19 Uhr: Ich bin inzwischen so müde, dass ich…

05:21 Uhr: …jeden einzelnen verdammten Autofahrer verfluche, der mit laut aufheulendem Motor, noch lauterer Musik und ohrenbetäubend lauten Vollbremsungen direkt an meinem Fenster vorbeirast!

05:24 Uhr: Ich erstelle in meinem Kopf eine Liste mit allen Synonymen für das Wort „Schlaf“, die mir in den Sinn kommen. Pennen, schlummern, ins Traumland reisen… Ich bin ein masochistisches Häuflein Müdigkeit.

05:35 Uhr: Die Nachbarhunde spielen im Schnee, wie sie mir lautstark durch mein gekipptes Fenster zurufen. Die sollten dringend ihre chinesische Organuhr überprüfen lassen. Moment mal… Was?

06:30 Uhr: Ich starte mit drei doppelten Espresso und den fiesesten Augenringen seit der französischen Revolution in den Tag. Bin inzwischen zu dem Schluss gekommen, versehentlich ein Medikament minimal überdosiert zu haben und viel zu viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen. Das muss sich ändern. Erstmal die Erlebnisse meiner schlaflosen Nacht in die Tastatur hämmern…

02:18 Uhr: Und täglich grüßt das Murmeltier!
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Vollbard

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gepaart von meinem o-ton der letzten wochen ;-) :
22:30 pfleger : oh, sie schlafen schon
0:30 pfleger : tut mir leid, ist meine nachtrunde
2:30 pfleger: können sie auch nicht schlafen?
4:25 pfleger: wenn sie was zum einschlafen haben wollen kann ich ihnen ein medikament geben
6:00 pfleger: letzte kontrollrunde. ich hoffe sie konnten die augen was zumachen
7:10 pfleger2: guten morgen. in 20 minuten gibt es frühstück. ich hoffe sie haben gut geschlafen
 

Chaos

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@Luscinia ich fühl so mit dir... Finde es auch immer unerträglich, wenn ich nicht einschlafen kann. Das macht mich auch so schnell so mürbe, ist wie Wartezimmer nur in quengelig irgendwie, alles ist unbequem und man möchte eigentlich ganz woanders sein. Schön dass du es wenigstens zu etwas lustigem verwandeln kannst
 

Luscinia

Weltenwandlerin
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Hihi, danke für euer Feedback. ^^ Die Weiterführung von @Vollbard hätte mich wahrscheinlich wirklich in Jack Torrance verwandelt.
An alle, die noch nie von dem Kerl gehört haben: Das ist ein Wahnsinniger aus einem Stephen-King-Schockers. Ich liiieeeebe Shining, kann es mir aber nicht mehr anhören, ohne Zustände zu kriegen. :eek: Und der Film war... Na ja.
@PeBu34 Das ist der berüchtigte Luscinia-Galgenhumor. Irgendwo musste meine Übermüdung hin. :D
 
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