[Intern] Sprechprobe: Brezelsnacker

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Lupin Wolf

Klaus S. - The Evil Master of Deasaster
Sprechprobe
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So Kinner's, ist lang her. Aber nachdem ich hier teils ziemlichen Unfug gelesen habe muss es wohl mal wieder sein. Ich nehme das hier mal ein wenig auseinander (wie in alten Zeiten - und weil ich gerade Zeit dafür habe ;) )

Technische Qualität (die Ausschlaggebend ist für die Freigabe):

Ich höre Puster, Plopser und zu leise Aufnahmen. Raumhall ist relativ wenig, wobei da ist doch was: man hört ab und an das Holz vom Schrank, in dem du einsprichst. Der hier oft bemängelte Raumhall besteht ja nicht nur aus Hall und Echo, sondern aus einem gewissen Eigenklang des Raumes. Das - wodurch man gezielt sagen kann, das man in einen Plastikeimer, in einem Badezimmer, in einer Höhle, einem Holzsarg oder was auch immer spricht. Sowas kann man hören, und das ist es was Gabriel bei einem 15 bis 20cm Abstand gerade mit "Nahbesprechungseffekt" verwechselt. Da ist kein Nahbesprechungseffekt, deine Stimmeigenen Bassresonanzen werden nur ab und an von nackten oder schlecht abgedämpften Holzwänden reflektiert, mehr nicht. Nahbesprechungseffekt, davon spricht man bei "Mirofon zu Mund" entfernungen von ca. 5 bis 8 cm abstand - und der ist technisch manchmal auch gewollt, vor allem bei Erzähler-Takes! Und ohne normal klingende Referenz Aufnahme auch nicht immer (bzw. bei jedem) eindeutig sofort identifizierbar.

Gegenmaßnahmen:
Puster und Plopser: es ist immer besser wenn sowas erst gar nicht oder kaum in den Aufnahmen ist. Ein Popfilter und ggf. vorbeisprechen am Mikro sollte da Abhilfe schaffen. Es stimmt schon, das man da bis zu gewissen Grenzen beim Schnitt entgegen wirken kann. Aber alles hat seine Grenzen und wer dir erzählt, das man alles rausfiltern kann ohne das die Qualität des Audioteils abnimmt, der verzapft ziemlichen Bullshit.
Raumresonanzen: dein Raumhall hält sich in Grenzen, das passt denk ich mal fast. Aber ohne zu Wissen wie du deinen Kleiderschrank nutzt schau mal wo es nur wenig gibt, was die Holzwände abdeckt. Dicke Frotteehandtücher wirken oft Wunder. Positionierung des Mikros wäre ebenfalls etwas, was man tun könnte. Bei Schrankfächern nicht zu nah an die Wände, möglichst in die Mitte des Fachs. Und im Bedarfsfall sprichst du in den Schrank hinein OHNE den Kopf in das Fach zu stecken.
Genauere Tips können wir dir aber dafür auch nur geben, wenn du uns die Aufnahmesituation näher beschreibst und am beten auch ein paar Fotos einstellst. - Aber viel ist das nicht, was du machen mußt.
Auch hier: Raumhall läßt sich genauso wenig wie auffälliger Raumeigenklang heraus filtern, ohne das die Qualität abnimmt. Kleine Schönheitskorrekturen OK, aber mehr geht nicht. Man zerfasert die Audiodaten quasi, klingen weniger Basshaltig ud ohne Druck, zu dünn und künstlich. Sowas hört man selbst bei professionellen Filtern, die einen heiden Geld kosten udn speziell auf die Entfernung von solchen Dingen ausgelegt ist. Wer dir da was anderes erzählen will, es gibt so kleine Pappschildchen für die Ohren: Bullshitprotector genannt. :)
Die leise Aufnahme - evt. ein wenig weiter nach oben aussteuern.
Hilfreich wäre auch mal ein richtig laut eingesprochener Brülltake, an sowas hört man erst recht wie gut die Dämmung ist. Der Rest ist ein wenig Bastelarbeit und Experimentieren.

Sprachliche Qualität (die für die Freigabe nicht wichtig ist, aber für spätere Rollen:

Hier hast du was vor dir. Ich nehme dir fas nichts davon ab, was du in den Sprechproben ein gesprochen hast. Zuerst einmal hast du versucht, 3 Variationen zu bringen - bei den meisten erfolglos. Man hört kaum Unterschiede und man hat das Gefühl, da läuft eine Schallplatte mit Sprung.
Wütend kommt über das (Beispiel) bockige Kind nicht hinaus. Da geht noch was.
Erzähler könnte etwas natürlicher klingen, weniger Pausen und keine erzwungene zu langsame Sprechweise.
Traurig/Verzweifelt klingt eher Verzweifelt, nicht traurig. Hier gibts die meisten Variationen von Versuch 1 und 3, aber bleibt insgesammt noch zu eintönig in den Versuchen.
Verschwörerisch/Crazy - also verschwörerisch ist da gar nix, aber künstlich aufgesetzt Crazy. Comic-like würd ich schätzen :)

OK, das liest sich jetzt alles ziemlich hart. Aber keine Sorge, ist nicht so gemeint. Das bedarf einfach alles nur ein wenig Übung. Da müssen/mussten wir alle durch (ich ebenfalls damals, und fertig bin ich mit dem Üben immer noch nicht :) ) Deine Stimme hat was und den Rest kriegste schon hin. Am wichtigsten ist: bleib möglichst normal, stell dir normale Situationen vor und reagiere erst einmal so, wie du wirklich reagieren/sprechen würdest. Das hilft schon mal, aber ist natürlich nicht einfach am Mikro. Was helfen kann: Text lesen vorab (in diesem Fall kennst du ihn wohl eher auswendig ;) ), sich die Situation vorstellen und die Augen schließen. Sprich stehend ein, möglichst nie sitzend und "erzwing" erstmal nichts. Hör dir die Aufnahmen später an und entscheide, ob du noch ein wenig mehr machen kannst. Aber lass ruhig auch andere Gegenhören - also uns ;)

So, ich habe fertig.

Resultat meinerseits: technisch schaut es nicht so schlecht aus bis auf die paar Kleinigkeiten. Und das Sprachliche kommt mit der Zeit.
 

Marco

Administrator
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@Lupin Wolf
Sehr ausführlich :) Danke :)

Wie Lupin schon schrieb, die wenigen Resonanzen noch eliminieren und Puster und Ploppser vermeiden, dann bekommst Du auch Dein Upgrade auf Intern :).
Alles nur eine Frage von kleinen Justierungen und Übung.

@Gabriel also einen typischen Nahbesprechungseffekt höre ich da auch nicht. Möglicherweise hörst Du da das Holz vom Schrank als Resonanz.
 

Brezelsnacker

Brezelsnackender Brezelsnacker
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@Lupin Wolf Zu aller erst: Danke für diesen ehrlichen Beitrag und deine konstruktive Kritik :)

Popfilter ist vorhanden, ich denke mal, dass ich dann mehr am Mikrofon vorbeisprechen muss (?) und das Mikrofon ein wenig anders positionieren sollte. Den Tipp mit den Frotteehandtücher werde ich heute befolgen.

Hilfreich wäre auch mal ein richtig laut eingesprochener Brülltake,
Der "Wütende"-Take war schon ziemlich gebrüllt :-D Ich habe vorher nur den Pegel runter gedreht, damit ich nicht übersteuer.

Auf die Ratschläge und Hinweise zur sprachlichen Qualität bin ich dir sehr dankbar. Die werde ich heute nachmittag bei der Aufnahme der neuen Takes auf jeden Fall beachten.

.. die wenigen Resonanzen noch eliminieren und Puster und Ploppser vermeiden, dann bekommst Du auch Dein Upgrade auf Intern :).
Alles klar, dann kommen heute Nachmittag schon die neuen Aufnahmen und dann hoffe ich, dass es für das Upgrade reicht :p

Hoffentlich sind die Aufnahmen aus technischer Sicht "einwandfrei" und von der Sprachlichen Qualität ein wenig besser als die vorherigen :)

LG
Brezelsnacker
 

Brezelsnacker

Brezelsnackender Brezelsnacker
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So habe meinen Schrank jetzt bisschen mehr mit Frotteehandtüchern, Decken und Kissen ausgebaut.

Des Weiteren habe ich jetzt in einem 45° Winkel in das Mikrofon eingesprochen.

Erstmal nur den Erzählertext:
 
*Habe hier auch versucht was schneller zu reden und weniger Pausen zu machen*

Puster und Plopser sollten eigentlich nicht mehr drin sein. Aber ich denke mal ihr könnt das besser bewerten und auch noch auf die Resonanzen weiter eingehen :)
 
Zuletzt bearbeitet:

Phollux

Robert Kerick
Teammitglied
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Hui schon vom Zuhören allein steigt mein Blutzuckerspiegel in ungesunde Höhen! :D
Hast Du vielleicht noch einen herzhaften Text parat, gewürzt mit ein paar ernsthaften Emotionen? ;)
Ansonsten hast Du ne coole tiefe Stimme...kannste mir nicht was davon abgeben? :D
 

Brezelsnacker

Brezelsnackender Brezelsnacker
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Zum runterkommen esse ich immer ein gewisses Laugengebäck .. :p :D

Mir fällt momentan auf, dass ich es es ziemlich schwierig finde Emotionen richtig rüberzubringen..
Würde dir einen Hauch meiner Stimme abgeben, wenn du mir beibringen kannst wie man Emotionen besser aufs "Band" kriegt ;):D

Versuche mich gleich nochmal an paar ernsthaften Emotionen :rolleyes:
 

Phollux

Robert Kerick
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Würde dir einen Hauch meiner Stimme abgeben, wenn du mir beibringen kannst wie man Emotionen besser aufs "Band" kriegt
Ich bin glaub ich weit davon entfernt Dir was über Schauspielerei mitzugeben, dazu fehlt mir die Kompetenz ;) Was ich aber immer wieder gehört habe, in Texten, in Interviews mit Schauspielern usw. ist eben die Vorstellungskraft zu bemühen und zu schulen....stell Dir vor...fühl Dich hinein...empfinde die Situation...lebe die Emotion..bleib ehrlich Dir selbst gegenüber...
Ich bin neulich erst über folgendes Video gestoßen, was mich schwer beeindruckt hat:
Ich finde es gibt eine gute Perspektive darauf, wie man sich einer Emotion nähern kann.
 

Brezelsnacker

Brezelsnackender Brezelsnacker
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@Phollux Alles klar vielen Dank!
Ich werde die nächsten Emotionalen Takes so angehen.

Mich freut es sehr, dass hier wirklich so viele Leute hilfsbereit sind :)
 

Vollbard

Super-Hoertalker
Hiho.
Liest du ab oder sprichst du auswendig?
Kommt mir irgendwie nicht natürlich vor.

Grüsse roger
 

Brezelsnacker

Brezelsnackender Brezelsnacker
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Kommt mir irgendwie nicht natürlich vor.
Ich weiß, dass ich stimmlich noch was zu tun habe, aber Dankeschön für dein Feedback :)

Momentan geht es mir aber auch mehr um die technische Qualität. Der Rest kommt mit der Zeit, wenn ich einfach jeden Tag etwas übe und (bestimmt :p) besser werde.
 

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