Foster – 12. Der Abgrund

Dieses Thema im Forum "Rezensionen und Kritiken" wurde erstellt von Poldi, 7. Dezember 2018.

  1. Poldi

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    Foster – 12. Der Abgrund



    Dana und Rick Leemas freuen sich über das Schnäppchen, das sie beim Kauf eines alten Herrenhauses mit großzügigem Grundschnitt gemacht haben. Doch als bei den Renovierungsarbeiten schreckliche Unfälle passieren, wird ihre Freude getrübt. Währenddessen gesteht Foster, wie sehr Jazz sein Dasein beeinflusst hat, was eien Kette an unheilvollen Ereignissen nach sich zieht...

    Dass Oliver Döring der Meister des gepflegten Horrors ist, beweist er momentan bei seiner selbst geschriebenen und selbst vertonten Hörspielserie „Foster“, die mittlerweile in die zwölfte Runde geht. Wer schon andere Serien des Produzenten kennt, kann bereits ahnen, dass bis dato schon jede Menge passiert ist. Wer also unvorbereitet an „Der Abgrund“ herangeht, wird die vielen fein gesponnenen Zusammenhänge kaum genießen können. Wie die einzelnen Zahnräder ineinander greifen, neu kombiniert werden und auch mit einer unerwarteten Rückkehr überraschen, ist sehr hörenswert und spannend geraten. Und dennoch wird hier keine reine Fortsetzung der bisherigen Ereignisse geboten, sondern mit dem Umzug der Leemas auch ein neuer, sehr stimmungsvoller Handlungsstrang hinzugefügt. Hier konzentriert sich die Handlung ganz auf die gruseligen Momente, die dichte Stimmung, was einen sehr reizvollen Kontrast zu dem komplexen Gebilde um Foster bildet. Dass dies natürlich mit den aktuellen Entwicklungen zusammenhängt und ein wichtiger Einfluss für die Handlung ist, ist dem Hörer natürlich klar, dennoch geschieht dies auf eindrucksvolle und überraschende Weise. Die Folge bietet emotional aufwühlende Szenen, ruhige Momente, trickreiche Gedankenspiele und unheimliche, sehr düstere Begegnungen – perfekt für eine Stunde intensives Hörerlebnis, welches mich völlig gefangen genommen hat.

    Susanna Bonasewicz hat in dieser Folge die Rolle der Dana Leemas inne und beweist erneut, dass sie mehr kann als eine kleine Hexe, sorgt für wunderbar unheimliche Momente und geht völlig in dieser sehr interessanten Rolle aus. Ihr Mann Rick wird vom wunderbaren Sascha Rotermund gesprochen, der den Spannungsbogen dieses Handlungsstrangs sehr gekonnt mit seiner Stimme nachzeichnet und so die Stimmung noch weiter intensiviert. Gerrit Schmidt-Foss ist wieder als Kyle Jones zu hören und setzt die Rolle sehr souverän und vielschichtig um, sodass er in jeder Szene gekonnt agiert. Weitere Sprecher sind Frank Glaubrecht, Asad Schwarz und Douglas Welbat.

    Die Umsetzung der Folge ist wieder typisch für Döring, eine Vielzahl an Geräuschen und harte, gitarrenlastige Musik sorgen für einen rasanten und treffenden Ausdruck der Folge, in der wieder einige sehr gelungene Schockmomente eingebaut ist. Dennoch wird hier mehr geboten als „Buisiness as usual“, die Konzentration auf die unheimliche Stimmung der Szenen ist bestens gelungen.

    Aus einem Horrorfilm könnte das Titelbild dieser Episode stammen, das die düstere Atmosphäre der Handlung bestens aufgreift. Eine junge Frau kauert in der Ecke eines alten Dachbodens. Die grünlich-bläuliche Aura, die sie umgibt, sorgt mit dem verzerrten Gesicht der Erscheinung für genau den richtigen Gruselfaktor. Schlicht und übersichtlich ist die Gestaltung des Inneren.

    Fazit: „Der Abgrund“ setzt nicht nur durch eine individuelle Serienhandlung mit einigen klassischen, sehr gelungen variierten Gruselmotiven Akzente. Denn auch die Rahmenhandlung der Serie wird sehr gekonnt fortgesetzt und markant, voller Emotionen und mit viel Wucht erzählt. Immer wieder wird der Hörer durch trickreiche Wendungen überrascht, was mich bis ins kleinste Detail überzeugen konnte.

    VÖ: 9. November 2018
    Label: Imaga
    Bestellnummer: 978-3-9462-0741-2