Die schwarze Sonne – 17. Hölle auf Erden

Dieses Thema im Forum "Rezensionen und Kritiken" wurde erstellt von Poldi, 9. Januar 2019.

  1. Poldi

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    Die schwarze Sonne – 17. Hölle auf Erden



    Adam Salton steht seinem Freund, dem Autor Winfield Lovecraft, während seiner schwersten Zeit bei. Doch sein Aufenthalt in einer Heilanstalt scheint noch lange nicht vor einem Ende zu stehen. Auch mehr als 140 Jahre später beeinflusst Adam noch die Geschicke einiger Menschen, die Wissenschaftler Jack L.E. Moore mit seinen Kollegen, um den Erfolg des Projektes zu gewährleisten...

    Von Anfang an hat „Die schwarze Sonne“ aus der Feder von Günter Merlau eine sehr komplexe Geschichte präsentiert, auch viele Jahre nach dem Start hat sich daran nichts geändert. Folge 17 fordert aber wieder vom Hörer, zahlreiche Details parat zu haben, ansonsten wird man „Hölle auf Erden“ kaum folgen können. Dabei kann man sich aber auch kaum der düsteren und markanten Atmosphäre entziehen, die dank der sehr intensiven Erzählweise entsteht. So wird hier in einer recht langen Szene ein Brief vorgetragen, der nicht nur die Ereignisse schildert, sondern auch die Gedanken, Emotionen und Befürchtungen geschildert. Auch ansonsten gibt es nur wenige Szenenwechsel, sodass der Verlauf etwas starr wirkt. Die Geschichte tritt dann aber keineswegs auf der Stelle, wie es beim oberflächlichen Hören den Anschein haben mag, sondern wird mit immer mehr Details ausgeschmückt und zu einem sehr eleganten Ende geführt, das einige offenen Fäden zusammenschließt. Die Einbindung realer Figuren ist auch hier reizvoll, zumal die Anleihen an die Welt von Lovecraft sehr gelungen ist. Stille Gespräche, ein wohl dosiertes Horrorszenario und die ganz besondere Atmosphäre machen auch diese Episode für Kenner der Serie hörenswert.

    Jürgen Holdorfs markanter Klang ist auch hier wieder eine Bereicherung, die Rolle des Jack Moore wird von ihm facettenreich und mit sehr präziser Sprechweise ausgekleidet. Daniel Lammatsch ist als Winfried Lovecaft zu hören, in den er sich gekonnt hineinversetzt und den sehr komplexen Charakter so greifbar und lebendig wirken lässt. Auch Christian Stark agiert als Adam Salton einmal mehr herausragend, seine markante Stimme setzt er mit düsterem Unterton und sehr variabel ein. Weitere Sprecher sind Torsten Weis, Claudine Tadlock und Anne Moll.

    Der Einsatz der Klangkulisse ist auch hier sehr zielgerichtet geschehen, sodass jede Szene eine perfekte Untermalung bekommt. Mal durch passende Geräusche, mal durch atmosphärische und orchestrale Musik, mal einfach nur durch Stille. Das ist sehr eingängig geraten und unterstreicht auch die Maxime der Serie, dass man es der Konkurrenz nicht immer gleich tun muss.

    Die tiefschwarze Grundfarbe des Covers wird neben dem auffälligen roten Schriftzug durch ein Motiv geziert, das wie eine mittelalterliche Darstellung wirkt. Ein gehörnter Dämon mit grünlichen Schwingen verschlingt darauf mehrere nackte Menschen, was eindrucksvoll wirkt und sehr gut zur Folge passt. Das Innere bietet in der sehr ansehnlichen Optik der Serie mit den geschwungenen Lettern eine ausführliche Auflistung der Mitwirkenden.

    Fazit: „Hölle auf Erden“ stellt in wenigen, ruhig zusammengeschnittenen Szenen erst einmal viele neue Fragen, bevor die Zusammenhänge etwas klarer werden und einige Teilgeschichten einen Abschluss finden. Das ist so intensiv und düster umgesetzt, wie man es von der Serie gewohnt sein kann, und punktet wieder mit der einzigartigen Erzählweise.

    VÖ: 5. Oktober 2018
    Label: Maritim
    Bestellnummer: 978-3-960660-96-5