Der Stimme „Raum“ geben

ROH

Ryan
Und schon fühle ich mich wieder so, als stünde ich noch gaaaaaaaanz am Anfang. ^^ (Wo hab ich noch mal mein Vokabelheft liegen gelassen...?! :confused:)

@Goylent Sreen Ich steig auch nicht ganz durch was @Killip genau meint.

Ich denke ihr werdet ein Video bekommen.
Ihr habt drei EFFECT-(Return) Spuren: Far / Medium / Close.

Und jetzt schickt er alle Stimmen – auf Far ODER Medium ODER Close bevor die auf die Master-Spur/StereoOut treffen.

Und auf diesen Effekt-Spuren (Far/Medium/Close) liegt halt der Hall.
Bei Far – viel Hall – bei Medium – mittlerer Hall – bei Close wenig Hall.

Das bietet sich an wenn du viel mit Perspektive und SFX arbeitest. Ist nicht typisch in Audio-Produktionen, aber in audio-visuellen, wenn ein bestimmter Klang gefordert ist. Hier Spuren der Alten, Parapol-Polen, MuderDocumentsHaarmann. Das ist alles so gemixed.
 

Goylent Sreen

Schnittiger Manifestler und Katzen-Cutter
Danke. Inzwischen hat sich bei mir im Kopf ein Bild entwickelt, was gemeint ist/ was passiert. Im Grunde geht es also nicht um eine grundsätzliche Arbeitstechnik, sondern um eine Vereinfachung bzw. Abkürzung. D.h. ich mache das gleiche wahrscheinlich "zu Fuß" und mit mieserer Qualität oder höherem Zeitaufwand.

Sicher nicht umsonst ist es eine lange Ausbildung, wenn man professionell mit Ton arbeiten möchte. Find es aber als Noob total spannend solche Dinge hier zu entdecken, auch wenn vermutlich meine Lebenszeit nicht ausreichen wird alles zu verstehen. ^^
 

Killip

Killip
Ich denke ihr werdet ein Video bekommen.
Ihr habt drei EFFECT-(Return) Spuren: Far / Medium / Close.

Und jetzt schickt er alle Stimmen – auf Far ODER Medium ODER Close bevor die auf die Master-Spur/StereoOut treffen.

Und auf diesen Effekt-Spuren (Far/Medium/Close) liegt halt der Hall.
Bei Far – viel Hall – bei Medium – mittlerer Hall – bei Close wenig Hall.

Das bietet sich an wenn du viel mit Perspektive und SFX arbeitest. Ist nicht typisch in Audio-Produktionen, aber in audio-visuellen, wenn ein bestimmter Klang gefordert ist. Hier Spuren der Alten, Parapol-Polen, MuderDocumentsHaarmann. Das ist alles so gemixed.
Obwohl ich es bei reinen Audioproduktionen so viel wichtiger finde tiefenstaffelung hörbar zu machen, da das Bild ja fehlt. Ich frag mich warum es bei reinen Audioproduktionen so unüblich ist?
 

wer.n wilke

wer.n the voice
Sprechprobe
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@Eric: auf jeden Fall interessant - wie echte Räumlichkeit der Stimme, bzw. der Stimm/en generieren.

Nur was mir auffällt, bzw. nicht auffällt, ist die Stereobreite der Effekte: da müssten doch auch mehr Impulsantworten = "early reflektions" von rechts/links kommen? Ich höre nämlich die Stimme und deren Hallfahne nur aus der Mitte kommend. -???- Interessant wirds ja auch, wenn die Stimme sich aus dem Zentrum hinaus bewegt - Stichwort "panning" - , die Reflektionen - sagen wir mal links - kürzer, die von rechts länger würden. Bei mehreren Sprechern in einem Raum (evtl. links hinten - rechts vorne) würde das den echten Klang-Raum erzeugen. Da wirds kompliziert, oder?

Ich bin ja nun kein Cutter - beschäftige mich mit den Thema nur so interessehalber - sondern mehr Sprecher. Und da muss ich sagen, auch die Sprecher & Sprecherienen haben einen Anteil an der räumlichen Empfindung der Aufnahme. Oft, fällt mit auf, sprechen die Selbigen in der gleichen Lautstärke - mit der gleichen Intention, egal wo sie sich gerade befinden. Ist ja ein Unterschied, ob ich jemand etwas zurufe, aus der Distanz, oder ob jemand direkt neben mir steht. Oder sitzt, oder läuft oder .... liegt. Also versuche ich beim Einsprechen schon den Raum und die Distanz zu meinem Partner in meiner Vorstellung mit ein zu beziehen - eine Ansprache an das Volk klingt anders, als eine Bemerkung am Tisch oder eine Unterhaltung im Büro, ein Zuruf auf freiem Feld etc..

Spuren der Alten, Parapol-Polen, MuderDocumentsHaarmann. Das ist alles so gemixed.
Ja! vor allem PARAPOL Polen - das ist eine Reise durch Klang-Räume. Nur fand ich auch hier - obwohl durchweg Profis - dass die Sprecher & Sprecherinnen sich noch zu wenig auf die Räume (offenes Feld/Kanalisation) oder Nähe/Distanz einlassen.

:cool:
 

Nightblack

Meinhard Schulte
Sprechprobe
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Interessant wäre es, wenn wir hier eine Szene hätten, (aus einem Skript) die wir mal in verschiedenen Techniken erstellen - Also einmal wie ich es oben schon beschrieben habe uns einmal nach dem Konzept, welches Killip beschrieben hat. wo jemand in einer Tiefgarage sein Auto verlässt und dann sprechend (z.B. in Handy oder mit zweiter Person) auf den Zuhörer (z.B. ein beobachtender Dedektiv) zu geht. Der Detektiv stellt sozusagen die Ich-Perspektive des geneigten Zuhörers dar. Dazu bräuchten wir entweder Takes aus einem fertigen Hörspiel, oder mind. 2 Sprecher. Schön wäre es natürlich, wenn beide Cutter die gleichen Geräuschsamples benutzen würden.
 

Killip

Killip
Interessant wirds ja auch, wenn die Stimme sich aus dem Zentrum hinaus bewegt - Stichwort "panning" - , die Reflektionen - sagen wir mal links - kürzer, die von rechts länger würden. Bei mehreren Sprechern in einem Raum (evtl. links hinten - rechts vorne) würde das den echten Klang-Raum erzeugen. Da wirds kompliziert, oder?
Hi Wilke, da hast du vollkommen recht. Die Reflektionen sind für die Tiefenstaffelung sogar sehr wichtig. Ich wollte es in meiner Ausführung nicht zu kompliziert machen. Aber wenn ihr interesse habt kann ich auch zum thema Early Reflections ein Video machen. Ich habe mich mit diesen Themen schon eingehends beschäftigt. Auch HRTF ist ein sehr interessantes Thema um ein Signal von von oben, unten oder hinten kommen zu lassen. Das funktioniert zwar nur bedingt, ist aber für spezielle szenen einen Versuch wert.
 

Killip

Killip
Also versuche ich beim Einsprechen schon den Raum und die Distanz zu meinem Partner in meiner Vorstellung mit ein zu beziehen - eine Ansprache an das Volk klingt anders, als eine Bemerkung am Tisch oder eine Unterhaltung im Büro, ein Zuruf auf freiem Feld etc..
Da gehe ich total mit. Das muss halt die Regieanweisung beinhalten. Gerade, wenn wie hier im Forum viele zuhause aufnehmen. Im besten Fall ein der Dialogpartner schon die Anschlüsse von dem vorher eingesprochenem kollegen vorliegen, damit der sich „ranhängen“ kann.
 

Killip

Killip
In meinem Hörspiel welches ich gerade schreibe, mach ich z.B. Ein Storyboard um schon eine grobe idee von meiner Raumaufteilung zu bekommen. Wo wer steht, dann kann ich die Regieanweisung später besser ausformulieren. Bzw. Kann sich der Sprecher später anhand des Storyboards einen besseren Eindruck der Szenen machen.
 

wer.n wilke

wer.n the voice
Sprechprobe
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Auch HRTF ist ein sehr interessantes Thema um ein Signal von von oben, unten oder hinten kommen zu lassen.
Ja, es gab & gibt hier etliche Versuche auch 3d Hörspiele zu machen. (vgl. @Jo'ogn : White Feathers Directive) Das ist interessant, aber auch aufwändig. Zu aufwändig ... ? ... (den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen) leicht geht ja vor lauter Technik der eigentliche Inhalt des Spiels verloren; was nicht heißen soll, Technik zu vernachlässigen. Im Gegenteil: gut gebaute (Hall-) Räume verhelfen dem Hörer schließlich zu der Illusion, dem Geschehen auf der (akkustischen) Bühne unmittelbar bei zu wohnen.

Merke: "Die Kunst kann uns nicht betrügen, weil die Illusion darin schon vorgegeben ist." (F. Pessoa)
"Jede Technik, soweit sie weit genug fortgeschritten ist, grenzt an Magie." (T. Prachett)
:cool:
 

Grissom

Mitglied
Sprechprobe
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Ich bin bei dieser Far/Mid/Front Geschichte ein bisschen skeptisch (nimm mir das aber nicht krumm, Killip). Diese Technik kenne ich eher von der Tiefenstaffelung bei Orchesterinstrumenten. Dort macht es meiner Meinung nach mehr Sinn, da die Instrumente an ihrem jeweiligen Platz bleiben und sich nicht bewegen, auch wenn natürlich Lösungen wie die MIR von VSL da wesentlich flexibler, filigraner und realistischer sind, da ich dort ja eine Unmenge an Convolution Positionen zur Verfügung habe. Wenn sich ein Sprecher im Raum bewegt ist mir bei der von dir beschriebenen 3 Positionen Verhallung das Raster zu grob. Ich gebe daher eher der Automation der Erstreflexionen und des Hallanteils den Vorzug um weiche, fließende Übergänge zu schaffen und nutze in Kombination einen Transient Designer und EQ um zum Beispiel die Höhen zu manipulieren, deren Energie ja recht schnell abfällt und die Stimme dumpfer werden lässt und ihr Details entzieht, je weiter entfernt sich der Sprecher im virtuellen Raum befindet. Je nach Aufnahme muss ich auch den Nahbesprechungseffekt anpassen. Wenn sich der Akteur hinten im Raum aufhält wird natürlich auch die horizontale Ortbarkeit durch die Entfernung zum Mikrofon und der stärkeren Vermischung von Direkt- und Diffusschall verringert.
 
G

Gelöschtes Mitglied 6038

Klingt so als gibt es in dem Bereich noch einiges zu lernen.
Ich freue mich auf dein Video @Killip :)
@wer.n wilke Es gibt auch Stereoimpulsantworten. Verwende ich für die Stimme aber in der Regel nicht da die Stimme ja ein Mono Instrument ist. Wenn man es räumlich betrachtet hast du aber recht. Ist halt irgendwo die Frage inwieweit man sich in Detailverliebtheit verstricken möchte die quasi eh keiner hört oder ob man sich auf das wesentliche konzentriert.
Ich bin gerne bereit mein Workflow und mein Produktionsablauf in der Zukunft dahingehend anzupassen, sollte ich das Gefühl haben der zusätzliche Mehraufwand(?) ist (deutlich) hörbar und lohnt sich.
 

Killip

Killip
Ich wollte es grundlegen erstmal garnicht so kompliziert machen. Aber wie ich sehe gibt es ja reichlich potential für solche themen hier. Ich versuche wirklich zeitig das Video zu machen bevor die Diskussion völlig ausatet. Brauch ich eigentlich einen Youtube Account um das Video hier bereit zu stellen?
 

Killip

Killip
Es gibt auch Stereoimpulsantworten. Verwende ich für die Stimme aber in der Regel nicht da die Stimme ja ein Mono Instrument ist.
Hey Eric, Monoimpulsantwortet halte ich nicht für sinnvoll um eine Monostimme in einen Raum zu stellen. Ich würde dafür trotz Monosignal immer die Stereoimpulsantwort nehmen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 6038

Ich versuche wirklich zeitig das Video zu machen bevor die Diskussion völlig ausatet. Brauch ich eigentlich einen Youtube Account um das Video hier bereit zu stellen?
Du kannst es auch auf DropBox zum Download zur Verfügung stellen oder auf OneDrive...
Am einfachsten ist es vermutlich wenn du es einfach auf Youtube hochlädst, wenn du das nicht öffentlich teilen willst kannst du das Video auf „Nicht gelistet“ stellen, dann kann das Video nur gesehen werden wenn der direkte Link dazu bekannt ist und das Video taucht auch nicht in den Youtube Videovorschlägen auf. Am sinnigsten ist definitiv Youtube, da kann man eben auch bequem Kommentieren und du kannst bei Fragen antworten.
Scheint ja viel Frage / Antwort potenzial da zu sein.
 

7klang

Musikus (semiprof.)/ Komponist/ MusikFX
Ich arbeite ja auch mit Tiefenstaffelung... denke mal, für diejenigen, die es interessiert und gern dazulernen möchten, wäre es prima, mal ein Video von dir zu sehen
....obwohl es dazu ja schon viel Material auf YT zu finden ist



 
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Killip

Killip
Den oben gennanten Worklow habe ich mir aufgrund zur vermeidung zu vieler komplizierter Automationkurven von mehren parametern überlegt. Um den Mixprozess zu vereinfachen und trotzdem zu einem adequaten erhebniss zu kommen. Klar automatisiere ich dann troztdem noch gewisse parameter.
 
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