Wie werde ich Hörbuch-/Hörspielsprecher ?

Dieses Thema im Forum "Hörspiel-Neuigkeiten und Diskussionen" wurde erstellt von Eluen, 2. Februar 2013.

  1. Comewhatmay

    Comewhatmay Super-Hoertalker

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    Ich frage mich immer, ab wann kann man wie gut sein Leben damit bestreiten? Wenn ich mir vorstelle, dass ich aus meinem sehr guten Angestelltenverhältnis aussteigen würde, damit ich Vollzeit-Sprecher werden könnte...da müsste man mir vermutlich schon eine Synchronrolle oder ähnliches für einen/mehrere feste Charactere anbieten, wo ich mir sicher wäre, dass auch stets genug Aufträge rein kommen. Oder stell ich mir das falsch vor? Prinzipiell ist man doch selbstständig und muss sich verkaufen? Urlaub = kein Einkommen? Und der Markt ist gut umkämpft, wenn ich mich so umschaue. Wieviele können da wirklich gut von leben, hat da jemand eine Ahnung / Erfahrung? Würde mich mal interessieren :).
     
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  2. wer.n wilke

    wer.n wilke wer.n the voice

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    ... nunja: Sprecher im Angestelltenverhältnis sind eher die Ausnahme, absolut. Tatsächlich befindest Du Dich da im freien (freiberuflichen) Fall. Natürlich gibt es einige, die als Quereinsteiger ne gute Quote erzielen, etliche, die das so nebenher machen, sonst als Schauspieler auf der Bühne stehn (+ TV & Film) oder ganz andere Berufe ausüben. Das hängt auch von Deinem Talent ab, nicht allein vom Sprech-, sondern auch vom Selbstvermarketingtalent. Bei Deiner Stimme und Stimmlage hättest Du als werblicher Sprecher sicher eine gute Chance, denk ich. Klar, einige (wenige) leben sehr gut davon, andere haben ein gutes Auskommen - viele dümpeln so am Rande mit. Also: probiern geht über studiern - und: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." Such Dir n guten Sprechcoach - dazu ist ja schon was geschrieben worden hier - und probiers einfach.
     
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  3. oxytocinated

    oxytocinated charly

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    Ich beschäftige mich im Zuge der Businessplanerstellung ja auch mit Comewhatmays Frage und finde es schwierig für die Finanzplanung eine Einschätzung zu machen, wie das Auftragsvolumen aussehen könnte.
    Zwar gibt es ja online Preislisten, z.B. des VDS oder von BrilliantVoice, aber ich finde es (noch) schwierig damit tatsächliche Kalkulationen zu machen.
    Daher würde ich mich über konkretere Erfahrungsberichte freuen.
    Ich kann meine Fragen auch gern konkretisieren, dann ist es vermutlich leichter sie zu beantworten.

    In einem Existenzgründungsseminar wurde zum Thema Marktvorschung die "Hausaufgabe" gegeben einen Fragenkatalog an potentielle Kunden/Auftraggeber oder ggf. auch an (in meinem Fall) andere Sprecher rauszuschicken, um mehr Einblicke zu bekommen; ich scheue mich aber davor ungefragt einfach professionelle Sprecher anzuschreiben und da um Mithilfe zu bitten. Wenn sich also hier jemand von den Profis bereit erklärte mir einige Fragen zu beantworten, wäre ich sehr dankbar :)

    "Einfach probieren" ohne die richtige unternehmerische Vorbereitung ist mir nämlich zu riskant ;)
     
  4. Grissom

    Grissom Super-Hoertalker

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    Ich kann dir direkt einen tollen Sprecher Coach empfehlen. Hau @wer.n wilke an, der macht einen super Job. In den letzten Monaten hab ich unendlich viel bei ihm lernen können.
     
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  5. frog25

    frog25 Super-Hoertalker

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    @Comewhatmay
    Ich habe diesen Schritt vor knapp zwei Jahren gewagt. War vorher Controllerin in einem IT Unternehmen und habe nur nebenbei hobbymäßig gequasselt. Der Stress in der Arbeit wurde immer mehr, die Nerven lagen nur noch blank. Aber: ich wusste nur zu gut, dass ich fürs berufliche Sprechen nicht genug bin. Das Problem: mir fehlte die Zeit neben dem Beruf, um ernsthaft weiterzumachen. Also - was tun? Für mich die Lösung: ganz oder gar nicht.
    Zu dem Zeitpunkt, als ich meine Kündigung abgegeben habe, hatte ich allerdings bereits ein Schauspielgrundstudium, einige Sprecherkurse und Privatunterricht genommen. Und auch schon einige Kontakte geknüpft.
    Wie Werner sagt: Marketing ist mindestens genauso wichtig, wie das Sprechen.
    Wenn ich nicht nebenbei Singen würde, käme nicht genug Geld rein. Aber gut, das ist ja auch mit der Stimme arbeiten. Ansonsten kommt bei mir das meiste durch Imagefilmchen, Schulungsfilme, Deutschkurse fürs Goethe-Institut, ein paar Filmtrailer. Werbung kann und will ich nicht. Hörbücher kommen immer mehr rein. Da erscheinen dieses Jahr hoffentlich auch noch ein paar.
    Ausruhen kann ich mich auf jeden Fall nicht. Ich schicke am laufenden Band Bewerbungen raus.
    Aber: wenn du es willst, dann geht es auch. Man muss vielleicht manchmal etwas erfinderisch werden, wenn der "normale Weg" nicht funktioniert. Aber das liegt an einem selbst.
    Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich es gewagt habe. Die Vorstellung, am Monatsende wieder bis spät in die Nacht über Reports gebeugt zu sitzen und irgendwelche Erklärungen für Vorstände oder Investoren zu finden, die sich gut anhören, aber schlechtes darstellen, möchte ich gar nicht mehr bis zu mir durchdringen lassen.
    Wenn du dich durchringst, wünsche ich dir auf jeden Fall viel Glück und Erfolg!

    Und wie gesagt (ehe irgendwelche Stimmen kommen, die das, was ich gesagt habe, zerbröseln): das war nur mein Weg. Bei jedem geht es anders.
     
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  6. Comewhatmay

    Comewhatmay Super-Hoertalker

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    162
    @frog25 , danke für deine Story!
    Da bist du einen mutigen Schritt gegangen.
    Freut mich, dass du deinen Weg gefunden hast :).
    Denke, dass ich mich da erstmal herantasten muss, ob es überhaupt irgendwann mal in diese professionelle Richtung gehen soll.
     

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