Suche perfekte Orchester Libary

Dieses Thema im Forum "Audioproduktion" wurde erstellt von benkuly, 14. Februar 2016.

  1. Ian Autumn

    Ian Autumn Jan Krzyzostaniak

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    Naja man will ja einen möglichst realistischen Orchester Sound, das hat wenig mit Preferenz zu tun finde ich. Es ist da auch nichts schlechtes, wenn die Aufnahmen ähnlich wie alle anderen klingen, denn so klingen nunmal Orchester :D
    Die Samples von Peter sind einfach schlecht (natürlich auch weil es so alt ist), das gibt dem ganzen aber keinen besseren oder fancy, individuellen Klang, sowas kann man nicht als Orchester verkaufen (außer vielleicht zum untermalen in einem Pop-Song.
     
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  2. Grissom

    Grissom Super-Hoertalker

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    ich muss hier auch ian zustimmen. hände weg von der siedlaczek library!!! die besitze ich zwar auch noch, habe sie aber mittlerweile vom rechner verbannt, weil sie absolut maschinell und tot klingt. keine round robins, wenige velocity layer. klanglich ist die schwer zu ertragen.
     
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  3. aurelin

    aurelin Where ist online?

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    Jetzt mal fern von Siedlaczek: Aber auch REALE Orchester haben ihren "gemeinsamen individuellen" Klang. Der natürlich in Duktus u.Ä. vom Dirigenten auch mitgeprägt wird, vom Raum bestimmt wird etc… Also: "so klingen nunmal Orchester" ist mir da ein wenig zu platt. Geht man in die Blasmusik wird das mit dem eigenen Klang noch extremer. Genau deswegen sind die Menschen ja vor nicht allzu langer Zeit auch zu bestimmen Orchester-Events gefahren, um die Performance und den Klang von einem bestimmten Orchester zu genießen, bei Kammermusik am besten noch in werkstreuer Umgebung.

    Wenn mangelnde Differenziertheit plus Gewöhnung durch immer wieder die gleichen Libraries von euch als positiv gesehen wird, dann kann ich das nicht teilen. Aber da liegt vielleicht auch der Unterschied im Verständnis von gefälligem Design, das letztlich den Hörerwartungen entsprechen soll und einem kreativeren Umgang, der eben nicht einfach nur Hörerwartungen befriedigen soll.

    Mir geht es da genau andersherum: Ich kann vieles kaum noch hören, weil die immergleichen Klänge von Vienna, EW und Symphobia mit ihrem immergleichen Zucker nur noch meine Gehörgänge mit Langeweile zukleistern. Das ist letztlich dem Erwartbarkeitsfaktor im digitalen Bereich geschuldet. Design soll halt gefällig sein, Unerwartbares nur in kleinen, möglichst leicht verdaubaren Portionen liefern.
    Und vielleicht wird es wie früher bei der elektronischen Musik noch ein wenig dauern, bis der "Authentizitätsfaktor" abnimmt und einen kreativeren und offeneren Umgang mit den Möglichkeiten bringt. Aber so ist das ja häufig: Nachdem es neue Möglichkeiten durch z.B. die Librarys gibt (ist ja auch nicht schon ewig so), folgt nun die konservative Phase, in denen z.B. die Orchester möglichst authentisch klingen sollen (Klassikliebhaber kaufen nach wie vor auch bestimmte Aufnahmen, auch wegen des Klanges bestimmter Orchester). Vielleicht, um einen Anspruch zu untermauern, dass man auch mit digitalen Möglichkeiten "Orchester" kann?

    Wer selbst orchestrale Musik schon gespielt hat, wird wohl den Unterschied schnell erkennen; wem ein unbefangener Umgang mit Musik möglich ist, der wird wohl auch die heutige Klanghygiene im orchestral-digitalen Bereich nicht allzuweit betreiben müssen.
     
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  4. benkuly

    benkuly <nobody></nobody>

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    Hui, da hab ich ja ne ganz schöne Diskussion entfacht ;)
    Ich kann nur sagen, dass mir 1000 Euro eigentlich zu viel sind für Hobbykompositionen und ich gerne auf Libaries zurückgreifen möchte, die auch in der Bedienung intuitiv sind, nicht allzu viele Grenzen setzten und mir Arbeit abnehmen. Und meiner Erfahrung mit anderen Dingen nach, sind das nun mal die auf dem Markt etablierten Produkte und eventuell noch Geheimtipps.
    Der Klang ist mir natürlich auch wichtig, aber da es sich ja um meine Komposition handelt, ist mir ziemlich egal, ob andere das selbe "Orchester" nutzen, solange mir der Klang gefällt.
     
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  5. jam

    jam Absolut

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    Wenn man sich das Thema "bezahlbare Library, die möglichst umfangreich sein soll" betrachtet, bekommt man mit den EW-Produkten (Gold Complete) schon einiges an Vielfalt für's Geld. Mit der Lib habe ich in den vergangenen Jahren einige Erfahrung gesammelt und habe für mich festgestellt, daß man zwar damit arbeiten kann, aber man muß immer auch sehr viel Hand anlegen. Wenn einem der allgemeine Sound nicht so zusagt, ist man die ganze Zeit am EQ zugange. Wenn einem die Geschichte mit dem PLAY-Tool nicht gefällt, wird's schon wieder schwierig, weil die Library ein eigenes Sample-Format verwendet (läßt sich also nicht in einen anderen Player laden). Wenn man den Hall in der Gold-Edition ändern möchte, geht das nicht, weil es da nur die STAGE-Position gibt (auch wenn man da vielleicht noch drehen kann), in der Hall und Stereo-Panorama festgelegt ist. Die Platinum-Version ist da natürlich besser, weil die auch die CLOSE-Position dabei hat, kostet allerdings auch mehr, und da stellt sich dann die Frage, ob man mit den spezialisierten Libraries nicht besser fährt, weil man sonst sehr viel bezahlt, was man ggf. gar nicht will oder braucht.

    Der Ian hat schon recht, daß man mit dem Klang glücklich sein muß, aber den muß man eben bezahlen. Eigene Klangelemente hinzufügen macht dann den persönlichen Komponierstil aus, und das sollte man immer in Erwägung ziehen, weil der Klang von der Stange nach einigen Stücken schnell langweilig und wiedererkennbar wird. Verschiedene Samples (unteschiedliche Hersteller) zu mischen ist da die beste Möglichkeit (was fummelig werden kann, wenn man unterschiedliche Klangmischungen hat).

    Von VSL würde ich eher die Finger lassen, weil sich das meiner Meinung nach nicht rechnet. Du bekommst zwar gute Samples aber pro Modul nicht wirklich große Vielfalt. Verschiedene Spielweisen bezahlt man gerne schon mal extra, und das komplette Paket ist dann eher was für den professionellen Sektor. Es ist an sich egal welche Library man verwendet: "Out of the box" geht es bei den meisten kaum. YT ist voll von Tutorials darüber, mit welchen Tricks man dann den Klang noch "authentischer" hinbekommt. (Und das Performance Tool von VSL ist z.B. auch kein Selbstgänger)

    Tja, welches Produkt du dir letztlich zulegst, legt dich auf jeden Fall auf Jahre in deiner Arbeit fest. Um die Überlegung, was am besten zu dir paßt, kommst du vermutlich nicht herum.:)
     
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  6. benkuly

    benkuly <nobody></nobody>

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    Mal ein kleines Update nach langer Zeit:
    Da ich eher wenig Zeit hatte, hatte ich mich entschieden, noch ein wenig mit dem Kauf zu warten. Seit kurzem mache ich meine ersten Hoer-Talk-Auftrags-Stücke und habe wieder nach günstigen Möglichkeiten gesucht.

    Ich bin dabei auf http://virtualplaying.com/ und http://vis.versilstudios.net/vsco-community.html gestoßen (beide open source). Vor allem letzteres hat mich (wahrscheinlich durch seinen nicht perfekten Klang) an Authentizität überrascht. Beide in Kombination erreichen ein Level, das ich mit Sonatina Symphonic Orchestra nie erreichen konnte.
    Falls ihr mal reinhören wollt, gebt Bescheid...
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. März 2017
  7. maushausstudio

    maushausstudio Super-Hoertalker

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    Ihr Lieben, mal sehen, ob mich die Profis jetzt gleich "verhauen":
    Eine Möglichkeit, die in diesem Faden noch gar nicht besprochen wurde, wäre, wenn man sich seine Library - ganz nach seinem Geschmack - selbst zusammenbaut, auch als "Kampf gegen den Einheitsbrei". Das Soundfont-Format geht dafür recht gut, als Editor hätte man unter Win das Vienna Sound Studio, unter Linux das freie Swami. Mit beiden könnte man aus recht guten Einzelinstrumenten, die man oftmals frei findet, ein komplexeres Orchesterinstrument "zusammenbauen". Oder man baut ein virtuelles Instrument "vom scratch" aus aufgenommenen Einzel-WAVs. Vorlagen dazu findet man z.B. hier: http://theremin.music.uiowa.edu/MIS.html Die sind mit Liebe und schweineguten Mikros (Schoeps & Co.) im Akustiklabor aufgenommen.

    Ich selbst möchte dieses Jahr noch ein eigenes Instrument bauen: die Nyckelharpa https://de.wikipedia.org/wiki/Nyckelharpa
    Eine Bekannte von mir hat so eine und kann sie inzwischen sehr gut spielen. Wenn ich das Instrument fertig habe, habt ihr es auch!

    Als Sample-Player gefällt mir Presonus Studio One 3 (auch die freie Prime-Varinate - kostet eine e-mail-Adresse) recht gut. Man zieht den Sample-Player aus den Effekten auf eine freie MIDI-Spur. In den Player zieht man wiederum den gewünschten Soundfont (ich hab mir dafür einen eigenen Ordner angelegt). Komplexe Sountfonts, wie z.B. General-MIDI-Fonts, werden als Einzelstimmen dargestellt.
    Grüße aus'm Maushaus;)
     

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