NARCISSE

Dieses Thema im Forum "Krimi / Thriller / Detektiv" wurde erstellt von joe adder, 25. Februar 2011.

  1. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    AW: NARCISSE

    Nachdem nun ein wenig Zeit vergangen ist, möchte ich gerne einen kleinen Einblick in die „Welt von NARCISSE“ bieten. Da wir uns hier in einer Community zusammengefunden haben, denke ich, dass wir unsere Erfahrungen teilen sollten, um wirklich das zu machen, wozu wir hier sind: kostenlose und vor allem tolle Hörspiele!

    Ich bin ja niemand, der auf Eigenlob steht. Man kann sich nicht selber loben und sagen: Wow, das hast du aber toll gemacht. Natürlich kann man dies, aber sieht doch wirklich doof aus.
    Nichtsdestotrotz kann man von seiner Arbeit überzeugt sein. Und das bin ich. Hat zwar eine Weile gedauert, bis ich soweit war, aber ich denke, dass ich angekommen bin.

    NARCISSE ist für mich eine Bestätigung. Dafür, dass man alles erreichen kann, wenn man es wirklich will.
    Bereits seit ein paar Jahren arbeite ich mit knüxi zusammen und ich muss sagen, dass es für mich die künstlerisch fruchtbarste Zeit meines Lebens ist.
    NARCISSE entstand eigentlich aus einer Laune heraus. Ich hatte mit knüxi zu dem Zeitpunkt ein Skript zu einem völlig anderen Thema fertiggestellt und wir machten uns bereits Gedanken über die Umsetzung. Da dies ein Projekt ist, das uns beiden, aber insbesondere mir, sehr am Herzen liegt, wollten wir nicht Hals über Kopf loslegen und dann das Ergebnis verdammen, weil wir nicht zufrieden sind.

    Und ich mache eine Sache nur EIN Mal!


    DIE ENTSTEHUNG

    Daher kam der Kurz-Krimi-Wettbewerb wie gerufen. Es war für mich die Möglichkeit, herauszufinden, ob ich ein Hörspiel überhaupt so schneiden kann, dass ich selber, aber vor allem die Hörer damit zufrieden sind.

    Dabei war das Ziel ganz klar etwas Neues aber bereits Dagewesenes zu kreieren. Zum einen wollte ich keinen angelsächsischen Background haben. Dieses Bedürfnis nach Amerika oder Großbritannien „auszuwandern“ missfällt mir schon seit langem. Ich wollte einen Charakter, der charmant doch süffisant ist. Aber keinen, der eine düstere Vergangenheit mit sich rumträgt oder der einen herben Schicksalsschlag erlitten hatte. Ich wollte einen Charakter, der prinzipiell vollkommen normal ist. Bekannter Weise befinden sich wohl die charmantesten Menschen in Frankreich, also war Paris sogleich als Örtlichkeit gewählt. Auch der Name des „Helden“ war schnell gefunden. Eine gewisse Selbstverliebtheit des Hörspielgenres spielte dabei sicherlich eine nicht unbedeutende Rolle.

    Jemand in diesem Forum, der seit einiger Zeit kein Forumsmitglied mehr ist, hatte mir mal geschrieben, dass Filme als Hörspiel nicht funktionieren. Ich behaupte das Gegenteil und wollte mit dem Skript zu NARCISSE den Gegenbeweis antreten. Das Konzept war von Anfang an, zwei parallele Handlungsstränge in unterschiedlichen Zeiten zu erzählen, die sich bis zum Ende verjüngen und dann eins werden. Dabei sollte die Hauptlinie spannungsbetont, ja sogar actiongeladen sein. Die ruhigeren Passagen eher kurze Rückblicke, die nach und nach den Sinn der Hauptlinie ausmachen sollten.

    Dies ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, wenn man nur 15 Seiten zur Verfügung hat, welches die vorgegebene Rahmenbedingung des Kurz-Krimi-Wettbewerbs war. Vielen von euch schien das Hörspiel zu kurz gewesen zu sein. Wenn man eine derart limitierende Vorgabe hat, werden die eigenen Ziele noch höher gesteckt. Daher war es uns wichtig, unsere eigenen hohen Ansprüche in dieser recht kurzen Spieldauer zu realisieren.
    Das Skript habe ich in seiner Entstehung drei Mal umgeschrieben, um es passend zu gestalten. Dabei wurde auch überlegt, wie wir das Ende gestalten könnten. Zwei Faktoren sprachen gegen ein „handelsübliches“ Ende. Als erstes Platzmangel! Mir fehlte schlicht und ergreifend der nötige Platz, ein Ende zu entfalten, das nicht 08/15 ist. Als zweites der Anspruch! Ich hatte den Anspruch etwas zu machen, was eben noch niemand zuvor geschrieben hatte. Und das war der Sprung vom Hörspiel zum Comic zum Hörspiel. Ein Hörspiel über einen Comic zu schreiben, der später verworfen wird und vom Comicartist als Hörspiel vorgeschlagen wird, empfanden wir als „Geniestreich“.

    Selbstverständlich wurde das Skript auch beim Wettbewerb eingereicht. Mit überraschend mäßigem Erfolg. Was uns aber nicht davon abhielt, zu einem gegebenen Zeitpunkt die Rollen auszuschreiben.


    DIE AUSSCHREIBUNG

    Wir hatten uns selbstverständlich schon von Anfang an Gedanken über die Hauptrolle gemacht und da fiel unser Augenmerk auf Christophorus. Zu unserer Überraschung mussten wir feststellen, dass diese einzigartige Stimme noch überhaupt keine Hauptrolle erhalten hatte. Was uns nur verständnislos den Kopf schütteln ließ. Dieser Kerl hatte den CAINE-Wettbewerb gewonnen und „gammelte“ hier nutzlos im Forum rum! Das muss man sich mal vorstellen!

    Christophorus war auch gleich gebucht und, wie ich schon in den Credits bemerkt hatte, sofort 110% bei der Sache.

    Hätten wir das Skript „einfach so“ vertont, wäre dies ein Hörspiel mit 3, vielleicht 4 Rollen geworden. Und wahrscheinlich langweilig bis zum Abwinken. Wir hatten uns aber schon bei der Fertigstellung des Skripts überlegt, dass wir zusätzliche „Atmo-Takes“ schreiben würden, die im eingereichten Skript nicht zu finden sind. Diese sollten dazu beitragen, nicht nur die „Monotonie“ des Erzählers zu „entschärfen“, sondern gleichzeitig die Atmosphäre aufzupeppen und den Hörer einfach mehr erleben zu lassen. Dabei entstanden die Dialoge zwischen Adolphe und Charlotte, aber auch die kurzen Takes am Anfang der Rosenfrauszene, die des Hafenarbeiters und des Schlägers.

    Adolphe sollte zunächst von mir eingesprochen werden, aber zum einen war ich mit der Qualität meiner Aufnahmen nicht zufrieden, zum anderen widerstrebte es mir mehr und mehr, mir eine Rolle in meinem eigenen Hörspiel zuzuschanzen. Ich wollte gerne einen lebhaften, agilen und stimmlich jüngeren Adolphe. Und ich bin froh, dass ich da meinen Dickkopf durchgesetzt hatte.

    Auch aurelin war sofort einer meiner Kandidaten und fest für Henry Clairmont eingeplant. Dennoch muss ich gestehen, waren da Bedenken, ob er „liefern“ könnte. Es gab viele PNs und auch viel Kritiken beiderseits, und ich verabscheue PNs in einer Diskussion. Dennoch bin ich mir weiter sicher, dass aurelin eine ueberaus vortreffliche Wahl war.

    Grundsätzlich war es unser Anliegen, Sprecher zu casten, die nicht immer und überall zu hören waren. Dieses Immer-und-immer-wieder-casten ist etwas, dass mir auch bei kostenpflichtigen Hörspielen immer wieder aufstößt. Dabei standen für mich von Anfang ein oder zwei Sprecher fest. Alle, die sich beworben hatten, wurden in Erwägung gezogen. Dabei fiel die Wahl auf Sprecher, die stimmlich noch jungfräulich im Hörtalk waren und die sofort einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatten. Es wurde auch Wert auf den Umstand gelegt, ob wir glaubten, dass sie stimmlich und vor allem schauspielerisch unseren eigenen hohen Ansprüchen „genügen“ konnten. Das wirkliche Spielen der Rolle war ein wichtiger Faktor in dem Hörspiel und gehört meines Erachtens zu jeder guten Umsetzung hinzu.

    Das „geheime“ Casting von Thomas Kramer und Wolfram Damerius war dabei notwendig, um den Kick der finalen Szene aufrechtzuerhalten. Was lag näher als einen Autor und einen Zeichner aus unseren eigenen Reihen zu nehmen, die dabei auch noch vortrefflich klingende Stimmen haben.
     
  2. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    AW: NARCISSE

    DIE UMSETZUNG

    Zu hören, wie die Sprecher ihre Rollen interpretieren, und dann auch noch richtig, ist wahrscheinlich der wohl größte Moment im Leben eines Autors. Das war für mich ein unbeschreibliches Gefühl des inneren Glückes. Mit einigen wenigen Betonungen war ich nicht ganz zufrieden und alle Sprecher haben auch gleich nachgeliefert. Dabei muss man sagen: je mehr Takes man zur Verfügung hat, desto mehr Spielraum hat man beim Cut. Da kann ich nur jedem wärmstens empfehlen, sich bei Unstimmigkeiten nicht zurückzuhalten. Es ist das Resultat, das zählt. Gemüter beruhigen sich später wieder. Ich habe aus dieser Zeit auch sehr viel gelernt und es wird mir für zukünftige Projekte äußert hilfreich sein. Dabei sind mir auch ein paar Aussprachefehler durch die Lappen gegangen, was ich im Nachhinein nicht bereue, aber in Zukunft auch besser machen werde.

    Als nächstes ging es um die „Wahl der Mittel“ wie aurelin so schön formuliert hatte. Wie schaffe ich es, Frankreich in die Köpfe der Hörer zu bekommen? Was assoziiert man mit Frankreich neben Baguette, Rotwein und kleinen, schimpfenden Franzosen: Das Akkordeon.

    Bei der Suche nach dem passenden Thema stolperte ich förmlich über das wunderbare Stück von Jens Publig, welches so vielseitig in seinen Stimmungen ist und gleichzeitig das Ambiente einer Filmmusik liefert.

    Erste Geräusche und Soundeffekte wurden angesammelt und dann kam die erste und einzige Hürde: Wie schneide ich das verdammte Ding?!

    Mit Audacity hatte ich ja schon mal ein wenig rumgespielt, aber das extra „nach Australien importierte“ Samplitude hatte mich am Anfang doch etwas überfordert. Dabei möchte ich mich gerne nochmal bei Marc Schuelert bedanken, der mir einen kurzen Einblick in sein Tun gegeben und eine kleine Liste aufgestellt hatte, wie er mit den Takes umgehen würde. Von diesen Tipps hatte ich keinen einzigen umgesetzt. :laugh: Aber es war für mich unglaublich hilfreich, einige Grundsätze zu verstehen und selber zu erschließen. Der Rest war dann einfach das spielerische Erlernen, obgleich ich sicherlich noch sehr viel mehr zu lernen und entdecken habe, was das Thema Cutten mit Samplitude angeht.


    DAS ARTWORK

    Während des Schnitts legte ich eine kleine Pause ein, um mich mit dem Artwork zu beschäftigen. Schon vor der Ausschreibung von NARCISSE hatte ich bereits erste Skizzen gezeichnet und mich auf die Charaktere konzentriert. Die Entwicklung des Covers war aber auch tatsächlich die erste wirklich vertiefte Arbeit mit Photoshop Elements. Die Skizzen waren so konzipiert, dass die Charaktere aus ihnen herausgeschnitten und in das Cover eingesetzt werden konnten. Dabei lag es uns besonders am Herzen, die beiden „Kontrahenten“ Face-to-Face gegenüberzustellen. Dabei sollte das Cover wie ein altes, beflecktes Comic-Heft wirken. Auf der Rückseite des Jewel-Case wollten wir eine dramatische Szene darstellen und was lag näher als einen bedrohlichen Guy Faukelt über Charlotte schweben zu lassen, dessen Skizzenvorlage sich im Gesamtbild manifestiert.

    Diese „Pause“ gab mir auch die Möglichkeit noch einmal den bisherigen Schnitt Revue passieren zu lassen. Dabei konnte ich mir einige neue Techniken aneignen und auch auf die ersten Szenen übertragen.


    DIE DETAILARBEIT

    Es war uns klar, dass wir ganz gezielt drei Ebenen des gesprochenen Wortes schaffen wollten. Die erste war die des Erzählers. Da Christophorus beide „Rollen“ innehatte, war es uns wichtig, diese Trennung beizubehalten. Der Erzähler kann nicht auf einer Ebene mit den Darstellern sein, vor allem, wenn er auch noch einer der Darsteller ist.

    Als nächstes folgte die Ebene der direkten Story. Dies sind all die Gespräche, die für den direkten Verlauf der Geschichte erforderlich sind und ohne die das Hörspiel nicht auskommen kann. Also zum Beispiel die Dialoge zwischen Clairmont und Narcisse.

    Dann die Ebene der indirekten Story. Das sind die „Atmo“-Gespräche, die zwar die Sache rund machen, aber ohne die die Story trotzdem auskommen kann. Diese Ebene sollte sich unter den ersten beiden befinden und darf sogar unter dem Erzähler, jedoch akustisch verständlich, zu hören sein. Dadurch erhält die Szene mehr Tiefe und Lebendigkeit.

    Die Soundeffekte und Geräusche sollten die Geschichte untermalen. Sie dienen zur Visualisierung der Geschehnisse. Dabei haben wir auch ganz besonderes Augenmerk auf Kleinigkeiten gelegt, die das ganze etwas abgerundet haben, z.B. das Rauschen der Blätter eines Baumes im Wind. Oder das Einschalten eines Radios mit, ganz klar, Akkordeonmusik.

    Auf suggestive Geräusche haben wir ebenfalls besonderen Wert gelegt und das eindringlichste ist sicherlich der Schrei eine Frau, als Narcisse den Türknopf in der letzten Szene umdreht.

    Wir haben dabei bewusst auf Kawumm verzichtet, um den Hörer nicht vom Thema abzulenken.

    Die Credits am Ende waren eine sehr persönliche Angelegenheit, denn mir war es wichtig, meinen Stolz und meine Zufriedenheit und Dankbarkeit auszudrücken. Wo konnte dies besser stattfinden, als in der angenehmen Atmosphäre eines Pariser Bistros.



    AM ENDE WAR... NARCISSE


    Ich glaube, dass wir letztendlich ein Hörspiel geschaffen haben, dass nicht unbedingt durch eine außergewöhnliche Story aber durch eine außergewöhnliche Machart besticht. Und das bezieht sich vor allem auf die Sprecherleistung. Denn wie gut kann man ein Hörspiel cutten, wenn es die Sprecher nicht rüberbringen können.
    Und hier möchte ich wieder einmal auf die grossartigen Sprecherleistungen zurückkommen, wobei ich Christophorus ganz besonders hervorheben will. Es ist eine unglaubliche Leistung sich so sehr in eine Rolle hineinzuversetzen, dass sie einem sofort abgenommen wird. Dabei hat sich Christophorus ganz grossartig nur auf seine Stimme und seine Fantasie verlassen, ohne sich zu verstellen. Aber auch alle anderen Sprecher haben mit sehr viel Liebe zum Detail gearbeitet und sich gänzlich auf ihre Stimmen verlassen.

    Ich bin sehr froh, dass wir NARCISSE umsetzen konnten und dementsprechend bedanke ich mich bei Dennis und dem Team für den Wettbewerb.

    Und an Claudia:
    Vielen lieben Dank für deine Zusammenarbeit und die Zeit, die du dafür aufbringst. Ich weiß, dass du ein großer Hörspielfan bist und einen außergewöhnlichen Geschmack und einen messerscharfen Verstand hast. Umso mehr empfinde ich es als großartiges Kompliment, dass du dir die Zeit nimmst, dich mit mir und meiner Arbeit auseinanderzusetzen.

    Ich freue mich sehr auf unsere weiteren gemeinsamen Projekte und bin gespannt, was wir noch alles zaubern werden.
     
  3. knüxi

    knüxi Guest

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    Ach, dass Du einen kleinen Dickschädel haben könntest, das wäre mir bisher ja noch NIE aufgefallen … erzähl doch mal


    Dankeschön:eek: es macht mir aber auch irre viel Spaß zu sehen, wie tolle Ideen zu einer ganz besonderen Art „Realität“ werden können


    Ja, da bin ich auch schon sehr gespannt, was aus der „Zauber-Schublade“ als nächstes die Chance für eine Realisation bekommt
     
  4. Watchman

    Watchman Christian Loges

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  5. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    AW: NARCISSE

    Vielen Dank, Watchman!!! Eine wirklich sehr schoene und ausfuehrliche Rezension!! Ich habe sie mit Wonne gelesen und studiert! Ich liebe die kontroversen Meinungen, wenn es um das Ende des Hoerspiels geht!! Spitze!!! :yahoo:
     
  6. Pandialo

    Pandialo P. Zweimann / Paul Conrad

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  7. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    Auch hier: Vielen Dank, Pandialo!!! Das Lesen hat mir viel Freude gemacht und es ist immer wieder interessant, wie unterschliedlich die Wahrnehmungen der Hoerer sind. Klasse!! :thumbsup:
     
  8. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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  9. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    joe adder Karsten Sommer

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  11. ANdy

    ANdy Andreas Hegewald

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    Auch von mir mal ein paar Worte zum Hörspiel.

    Ich finde, es hat eine einzigartige, sehr intime atmosphäre. Den Ich-Erzähler finde ich äußerst passend gewählt und ich war angetan von den schönen, bildhaften Beschreibungen. Sehr gefallen hat auch der Wechsel der Zeit, in der die Handlung spielt. Äußerst gelungen. So wird die Spannungskurve immer höher gedreht, was das überraschende Ende noch überraschender macht.

    Auch ich finde es schade, nicht das Ende präseniert zu bekommen, dass ich erwartet habe. Der Schrei des Türgriffs lie mich die Finger krallen... Ich wollte wirklich wissen, was Narcisse jetzt sieht - ist die gute Charlotte am Ende selbst in den Mord an ihrem Lover verstrickt? So eine Wendung hatte ich schon erwartet.

    Und dann wird man mit so einer ganz anderen Art der Wendung geradezu geplättet! Aber dennoch gefällt mir dein Einfall letztendlich, Karsten. Ich musste mich etwas dran gewöhnen und habe es gleich noch einmal gehört, also die letzte Szene. Definitiv hat sich das sehr eingeprägt und dem Hörspiel nochmal einen ganz anderen Stempel aufgedrückt. Eine gelungene Hommage an den Film Noir, an spannende Comics und ebenfalls an die Entstehung einer wie auch immer erzählten Geschichte ansich - sehr schön.

    Die Sprecher waren allesamt toll und haben eindrucksvolle Bilder hinterlassen. Allen voran natürlich Memmert mit seiner intensiven Interpretation. Hier auch nochmal ein Dankeschön, dass ich mitwirken durfte. Hat reichlich Spaß gemacht.
    Die Musik war auch passend, fühlte mich sehr nach Frankreich versetzt. Ich fand auch toll, wie sie in die Szenerie zuweilen reingecuttet war. Der Cut ansich war klasse. Das Cover vor allem ist allererste Sahne - ein Augenschmaus. Und die persönliche Creditsansage war auch sehr schön, mal was anderes!

    Wirkliche Abstriche sehe ich nur in diversen unpassenden Schritten, siehe vorherige Kritiken, es wurde ja oft genug angesprochen.

    Ich hatte eine schöne, kurzweilige Zeit draussen am Straßenrand unter der Abendsonne und inmitten von viel Grün mit deinem Hörspiel. Also gratuliere ich dir hiermit zu deinem grandiosen Erstling und hoffe sehr, da kommt noch mehr von dir! Arbeitest du denn schon wieder an einem Skript?

    P.S. Deine Produktionsnotizen zur Entstehung waren sehr interessant!
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2011
  12. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    AW: NARCISSE

    Vielen Dank fuer deinen lieben Kommentar, ANdy! Ich freue mich immer wieder darueber, dass so ein kleines Hoerspiel wie NARCISSE doch noch seine Hoerer findet. :)
    Ja, ich arbeite gerade an einem Skript, dass von der Thematik grundlegend anders sein wird. Und auch von der Laenge. ;) Aber das wird noch eine Weile dauern, bis ich damit durch bin. :)
     
  13. Frederic Brake

    Frederic Brake Berufspessimist

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    Narcisse überrascht insofern, als das es eine typische amerikanische, an Spade und Tracy erinnernde, Handlung ins Frankreich einer unbestimmten Epoche verlagert. Dadurch ensteht ein eigener Reiz, der dem Hörspiel sehr gut tut. [...] Fazit: Ein Hörspiel, das sicherlich polarisiert und dem Hörer zumindest die Entscheidung schwer macht, ob er es mögen soll oder nicht.

    Die ganze Rezi wie immer hier.
     
  14. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    AW: NARCISSE

    Vielen Dank fuer die Rezension. Hab mich sehr gefreut. :)
     
  15. joe adder

    joe adder Karsten Sommer

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    Ich moechte gerne ein sehr schoenes Kompliment an alle Sprecher von NARCISSE aus einem anderen Forum weitergeben, denn ohne euch, ihr lieben und tollen Sprecher, gaebe es dieses wunderbare kleine Hoerspiel nicht. :D
    http://www.hoerspieltalk.de/forum/index.php?page=Thread&postID=122269#post122269
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2011

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